Informationen für BAföG-Geförderte

Stand: 28.05.2020

  1. Aufnahme der Ausbildung nicht möglich

    Studienanfängerinnen und -anfänger, die zum Sommersemester 2020 ihre geplante Ausbildung nicht aufnehmen können, erhalten ihre Leistungen wie vorgesehen bereits ab dem Zeitpunkt, an dem die Vorlesungen regulär beginnen sollten.
    Achtung: Bietet die Ausbildungsstätte Online-Lernangebote statt Präsenzunterricht/-vorlesungen an, sind die BAföG-Geförderten verpflichtet, entsprechend ihren Möglichkeiten von diesem Angebot Gebrauch zu machen!
     
  2. Ausbildung im Ausland

    ​Für Ausbildungen im Ausland gilt:
    • Die BAföG-Auslandsförderung wird bis auf weiteres im bisherigen Umfang weitergewährt. Sofern die Auslandsausbildung erst später aufgenommen werden kann, erhalten Auszubildende Auslands-BAföG ab dem Zeitpunkt des ursprünglich geplanten Beginns.
    • Schülerinnen, und Schüler, die ihre bewilligte Ausbildung im Ausland (Austauschjahr) nicht fortsetzen können und nach Deutschland zurückkehren, müssen ihre bisherige Schulausbildung zunächst im Inland fortsetzen bis geklärt ist, ob der Auslandsaufenthalt in demselben Schuljahr wie geplant wiederaufgenommen werden kann. Das Gleiche gilt, wenn ein Austauschjahr nicht zum geplanten Zeitpunkt begonnen werden kann und die Schülerinnen und Schüler deshalb in Deutschland bleiben. Auslands-BAföG wird weitergezahlt. Eine erneute Antragstellung ist nicht erforderlich.
    • Der Abbruch oder die Nichtnutzung eines Online-Lehrangebots führt zur Einstellung der BAföG-Förderung. Die spätere Aufnahme einer neuen Auslandsausbildung außerhalb der EU wäre in diesen Fällen dann nicht mehr förderungsfähig.
    • Können die Auszubildenden, die eine Ausbildung im Ausland aufgenommen haben oder geplant hatten, diese pandemiebedingt nicht wie geplant vor Ort beenden bzw. aufnehmen, bleiben die bereits absolvierten Auslandszeiten bei der nachfolgenden Inlandsausbildung längstens für ein Jahr unberücksichtigt, wirken sich also in diesem Umfang nicht negativ auf die Dauer des BAföG-Bezugs aus.
       
  3. Pandemiebedingte Ausbildungsverzögerungen

    Bei pandemiebedingten Ausbildungsverzögerungen oder auf Termine nach Ablauf der Regelstudienzeit verschobenen Prüfungen wird für eine angemessene Zeit weiter BAföG gewährt. Der Vorlagetermin für Leistungsnachweise verschiebt sich ebenfalls.
     
  4. Studienabschlusshilfe

    Studierende, die Studienabschlusshilfe beziehen und aufgrund der Verlegung des Vorlesungsbeginns oder aufgrund von Einreisebeschränkungen ihre Ausbildung nicht wie geplant innerhalb der Abschlusshilfedauer abschließen können, erhalten die Studienabschlusshilfe auch während der pandemiebedingten Einschränkungen weiter.

    Achtung: Bietet die Ausbildungsstätte Online-Lernangebote statt Präsenzunterricht/-vorlesungen an, sind die BAföG-Geförderten – auch die Empfänger der Studienabschlusshilfe - verpflichtet, entsprechend ihren Möglichkeiten von diesem Angebot Gebrauch zu machen!
     
  5. BAföG-Darlehensrückzahlung

    Wer sein BAföG-Darlehen zur Zeit an das Bundesverwaltungsamt (BVA) in Raten zurückzahlt, kann einen Antrag auf Freistellung beim BVA stellen, sofern das momentane Einkommen nicht mehr ausreicht, der Rückzahlungsverpflichtung nachzukommen. Der Antrag kann auch online unter www.bafoegonline.bva.bund.de gestellt werden.
     
  6. Vorlage von Nachweisen

    Wer keine Immatrikulationsbescheinigung oder einen Schulnachweis vorlegen kann, weil der (Hoch-) Schulbetrieb eingeschränkt ist, muss eine Erklärung darüber vorlegen, dass er keinen Förderantrag bei einer anderen Leistungsstelle (etwa bei einem anderen BAföG-Amt, beim Sozialamt oder beim Jobcenter) gestellt hat. BAföG kann dann vorläufig weitergezahlt werden.

    Kann der nach § 48 Abs. 1 BAföG erforderliche Leistungsnachweis aufgrund von Einschränkungen des Hochschulbetriebs nicht oder verzögert ausgestellt werden, gibt es vorläufig weiter BAföG, wenn der Antragsteller beim Förderungsamt eine Erklärung abgibt, dass er die entsprechende Prüfungsleistung tatsächlich erbracht oder bestanden hat.

    Wer eine erforderliche und zu bescheinigende Leistung aufgrund coronabedingten Ausfalls von Vorlesungen bzw. Verschiebung von Prüfungen tatsächlich nicht bzw. nicht rechtzeitig erbringen kann, kann die Verschiebung des Vorlagetermins für den Leistungsnachweis wegen eines schwerwiegenden Grundes (§15 Abs. 3 Nr. 1 BAföG) beantragen.

    In Ausnahmefällen können Einkommenserklärungen von Ehegatten / von Lebenspartnern / von den Eltern des Antragstellers zunächst auch durch eine Übermittlung der Daten durch den Antragsteller oder eine telefonische Übermittlung durch die betroffene Person (Ehegatte / Lebenspartner / Eltern) erfolgen. Dafür müssen aber außergewöhnliche Umstände zusammentreffen: z. B. Risikogebiet, Quarantäne, keine Möglichkeit der Übermittlung über elektronische Medien.

    Achtung: Nach Wegfall der besonderen Umstände muss die Einkommenserklärung mit den erforderlichen Nachweisen unverzüglich nachgereicht werden, wenn das wieder möglich ist.

  7. (Update 28.05.2020): Tätigkeiten in systemrelevanten Berufen
     
    Seit dem 01.03.2020 erzieltes zusätzliches Einkommen von Auszubildenden aus einer Tätigkeit in einem systemrelevanten Beruf ist bis zum Ende der Pandemie nicht förderschädlich. Das gilt sowohl für eine neu übernommene Tätigkeit wie für eine Aufstockung der bisherigen Tätigkeit. Wer schon vorher eine solche Tätigkeit – zum Beispiel im Kranken- und Pflegedienst – wahrgenommen hat, dessen Einkommen wird weiter in der bisherigen Höhe angerechnet, es bleibt aber Einkommen aus zusätzlich übernommenen Stunden anrechnungsfrei. 
     
    Die Sonder-Regelung gilt nur für BAföG-berechtigte Auszubildende, nicht für deren Angehörige.
     
    Achtung: Mit dem offiziellen Ende der epidemischen Lage wird Einkommen aus solchen Tätigkeiten wieder angerechnet. Das Ende der epidemischen Lage wird durch den Deutschen Bundestag festgestellt und bekannt gemacht. 
  8. Wegfall eines Nebenjobs (pandemiebedingt)

    Wer einen KfW-Studienkredit bezieht, wird während der derzeitigen Pandemie vorübergehend von der Zinspflicht befreit. Aber auch Studierende, die nach den Förderungsbestimmungen der KfW bislang keinen Zugang zum Studienkredit hatten, können bei der KfW ein in der Anfangsphase zinsloses Darlehen beantragen, damit sie nicht ohne Finanzmittel dastehen, wenn deren Nebenjob pandemiebedingt wegfällt. Das zinslose Darlehen hat eine Höhe von bis zu 650 Euro im Monat. Das Darlehen kann unbürokratisch online beantragt werden. Ausländische Studierende können ab dem 1. Juni 2020 einen Antrag stellen. Einzelheiten vgl. unter www.kfw.de/studienkredit-coronahilfe.

    Unabhängig davon stehen Notfallhilfen der Länder oder der Studierendenwerke zur Verfügung. KfW-Studienkredit und  Notfallhilfe gelten nicht als Einkommen im Sinne des BAföG.

Die weitere Entwicklung des weltweiten Pandemiegeschehens ist dynamisch und selbst über einen kurzen Zeitraum von wenigen Wochen kaum vorhersehbar. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung wird diese Informationen deshalb bei Bedarf aktualisieren.