Engagement im Gesundheitswesen, in sozialen Einrichtungen oder in der Landwirtschaft

Stand: 09.04.2020

Damit sich ein Engagement im Gesundheitswesen, in sozialen Einrichtungen oder in der Landwirtschaft für BAföG-Geförderte lohnt, ändern sich die Anrechnungsregeln im BAföG für diesen Personenkreis. Die Regelung gilt rückwirkend seit dem 01. März 2020 für alle in diesem Bereich aufgenommenen entsprechenden vergüteten Tätigkeiten.

BAföG-Geförderte, die sich in der Pandemie-Bekämpfung engagieren und dabei für nur wenige Monate ein vergleichsweise hohes Einkommen erzielen, sollen ihr bisher bezogenes BAföG nicht verlieren. Das jetzt aktuell aus einem solchen Job bezogene Einkommen wird also – anders als in allen anderen Fällen – nur auf die Monate des Engagements in der Pandemiebekämpfung umgelegt, nicht auf den gesamten Bewilligungszeitraum und auch nur, wenn und soweit die Hinzuverdienstgrenze insgesamt ausgeschöpft ist

Will heißen: Einkünfte in Höhe von durchschnittlich bis zu 450 Euro (brutto) monatlich bleiben beim BAföG ohnehin anrechnungsfrei. Wer vor Aufnahme des Engagements in der Pandemie-Bekämpfung keinen anderen Job hatte, der kann jetzt bis zu 12 x 450 Euro, also insgesamt 5400 Euro (brutto) dazuverdienen und trotzdem – während des Pandemieeinsatzes und danach- unverändert BAföG weiter beziehen. Wird mehr verdient und stammt dieses Mehr aus einer Tätigkeit zur Pandemiebekämpfung im Gesundheitswesen, in sozialen Einrichtungen oder in der Landwirtschaft, dann wird der Betrag, der 450 Euro brutto im Monat übersteigt nur während der Zeiten des pandemiebedingten Zuverdienstes auf das BAföG angerechnet.

Weil das BAföG grundsätzlich nachrangig gewährt wird, verliert man zwar (je nachdem, welche weiteren Einkünfte im Bewilligungszeitraum erzielt werden) gegebenenfalls die laufende BAföG-Förderung zum Teil oder ganz, aber eben nicht die bisherige Förderung und auch nicht eine Anschlussförderung, wenn das Engagement im Gesundheitswesen, in sozialen Einrichtungen oder in der Landwirtschaft vorbei ist

Achtung: Wer als BAföG-Geförderter jetzt einen Job aufnimmt, muss das dem Amt für Ausbildungsförderung mitteilen!

 

Update 08.04.2020:

Die Bundesregierung hat dem deutschen Bundestag einen weiteren Änderungsvorschlag zum BAföG unterbreitet, den Hinzuverdienst von Auszubildenden aus allen systemrelevanten Branchen und Berufen – rückwirkend ab 1. März und für die Dauer der vom Deutschen Bundestag festgestellten aktuellen epidemischen Lage von nationaler Tragweite - komplett von der Anrechnung auf den Bedarf nach dem BAföG auszunehmen. Der Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens wird jedoch voraussichtlich erst im Mai erfolgen. Ohne dem Ergebnis der parlamentarischen Beratungen vorzugreifen wurden die für das BAföG zuständigen Stellen daher zunächst dazu angehalten, dass bis dahin angezeigte zusätzliche Einkünfte aus pandemiebedingten Tätigkeiten erst geprüft werden, wenn eine gesetzliche Änderung in Kraft getreten ist, und die BAföG-Empfänger solange unverändert weiter zu fördern.