Fragen und Antworten

In der Liste der häufig gestellten Fragen finden Sie Antworten rund um das BAföG, die für Studierende bzw. Schülerinnen und Schüler interessant sind.

Lohnt sich der Aufwand?

Ein bisschen Aufwand ist es schon, wenn man einen BAföG-Antrag stellt. Aber es lohnt sich! Die Zeit, die man zum Ausfüllen der Formblätter oder Kopieren der Nachweise braucht, ist gut investiert, denn am Ende winkt eine staatliche Unterstützung von monatlich bis zu 853 Euro (ab Herbst 2020 bis zu 861 Euro). BAföG gibt es übrigens nicht nur für Studierende, sondern auch für Schülerinnen und Schüler. Mehr Informationen zur Höhe des BAföGs hier.

Ist der BAföG-Antrag kompliziert?

Ein bisschen Mühe kostet es schon. Aber dafür gibt's für Schülerinnen und Schüler auch geschenktes Geld! Und auch Studierende bekommen die Hälfte der Unterstützung geschenkt; die andere Hälfte ist ein zinsloses Darlehen. Lohnt sich doch, oder? Auf bafög.de findet man nicht nur alle Informationen und Unterlagen zur Antragstellung, sondern auch Beispielrechnungen, einen Antragsassistenten und das zuständige Amt für Ausbildungsförderung. Wenn dann noch immer Fragen offen sind, kann man sich einfach an die kostenlose BAföG-Hotline unter 0800-223 63 41 wenden.

Wenn beide Elternteile einen Job haben, kriegt man kein BAföG, oder?

Entscheidend ist nicht, ob die Eltern arbeiten, sondern wie viel sie verdienen. Das hängt mit der Unterhaltspflicht zusammen. Eltern müssen ihren Kindern nämlich eine Ausbildung finanzieren. Aber das können nicht alle Eltern. Wenn das Einkommen der Eltern nicht ausreicht, um ein Studium oder eine schulische Ausbildung, die den Wünschen und Talenten entspricht, zu ermöglichen, springt das BAföG ein. Weitere Informationen finden Sie hier.

Ist es schlimm, wenn ich bei meinem Studium einen Schein verpasse?

In den ersten Semestern sind verpasste Scheine unschädlich. Erst nach der Zwischenprüfung vor dem fünften Fachsemester musst dem zuständigen BAföG-Amt ein Leistungsnachweis vorgelegt werden, wenn man weiterhin BAföG beziehen will. Aber Achtung: Die Förderungshöchstdauer richtet sich nach der Regelstudienzeit des Studienfachs. In bestimmten Fällen kann die Förderung auch länger erfolgen. 

Aber BAföG gibt’s nur bis Mitte 20, oder?

Wer BAföG beziehen will, darf zu Beginn seiner Ausbildung nicht älter als 29 Jahre und zu Beginn des Masterstudiums nicht älter als 34 Jahre sein. Ausnahmen gibt es z. B. für Auszubildende, die aus familiären Gründen an der früheren Aufnahme der Ausbildung gehindert waren. Weitere Ausnahmen gelten bei Studierenden, die ohne Hochschulzugangsberechtigung aufgrund ihrer beruflichen Qualifikation eingeschrieben wurden, sowie Absolventinnen und Absolventen des zweiten Bildungsweges. Mehr Informationen finden Sie hier.

Häufe ich einen Schuldenberg an, wenn ich BAföG beziehe?

Angst vor einem Schuldenberg muss man definitiv nicht haben. Schülerinnen und Schüler müssen überhaupt nichts zurückzahlen. Studierende müssen nur die Hälfte des BAföG-Geldes zurückzahlen, die andere Hälfte schenkt ihnen der Staat. Für die Rückzahlung des zinslosen Darlehens gibt es Regelungen, die die individuelle berufliche und finanzielle Situation berücksichtigen. Mehr Informationen finden Sie hier.

Kann ich mir zum BAföG etwas dazuverdienen?

Für Auszubildende gilt ein Freibetrag von 290 Euro im Monat. Dazu kommen Pauschalbeträge für Werbungskosten und Sozialausgaben. Einem 450-Euro-Minijob ohne monatliche Abzüge von der Förderung steht deshalb nichts im Wege. Mehr Informationen finden Sie hier.

Kann ich auch noch BAföG beziehen, wenn ich bereits einen Abschluss habe?

Grundsätzlich kann nur eine einzige Ausbildung bis zu ihrem berufsqualifizierenden Abschluss gefördert werden. Aber davon gibt es Ausnahmen. So kann zum Beispiel nach einem Bachelorstudium noch ein Masterstudium gefördert werden. Hier sollte man sich informieren!

Erhalte ich auch BAföG, wenn ich ins Ausland will?

Auch wenn eine Ausbildung im Ausland absolviert wird, kann man BAföG beziehen. Das ist bis zu einem Jahr möglich, bei einem Aufenthalt in der EU oder der Schweiz kann auch die ganze Ausbildung im Ausland gefördert werden. Für die Auslandsförderung sind je nach Zielland unterschiedliche Auslandsämter zuständig. Der Antrag auf Auslandsförderung sollte dort mindestens ein halbes Jahr vor Reiseantritt gestellt werden. So stellt man sicher, dass das Auslandsamt rechtzeitig über den Antrag entscheiden kann. Mehr Informationen finden Sie hier

BAföG bekommen, aber die Eltern aus dem Spiel lassen – geht bestimmt nicht, oder?

Nur in Ausnahmefällen. Denn in der Regel sind die Eltern nach dem Unterhaltsrecht zur Finanzierung der Ausbildung verpflichtet. Unter bestimmten Voraussetzungen kann man elternunabhängig gefördert werden, beispielsweise, wenn ein Abendgymnasium besucht wird oder bei Beginn des Studiums bereits das 30. Lebensjahr vollendet ist. Mehr Informationen finden Sie hier

Wenn ich noch zur Schule gehe, gibt’s kein BAföG. Richtig?

Nein. Auch Schülerinnen und Schüler, die einen berufsqualifizierenden Abschluss oder einen weiterführenden Schulabschluss erreichen wollen, können BAföG beziehen. Diejenigen, die eine allgemeinbildende Schule besuchen, erhalten aber nur dann BAföG, wenn sie nicht bei ihren Eltern wohnen können, beispielsweise, wenn ihr Abschluss nicht in der Nähe gemacht werden kann. Über die Höhe des BAföGs für Schülerinnen und Schüler informiert man sich hier. Übrigens: Schüler-BAföG gibt es vom Staat als Zuschuss - es muss nicht zurückgezahlt werden.

Brauche ich die deutsche Staatsbürgerschaft, um BAföG beziehen zu können?

Ausländerinnen und Ausländer gelten als förderberechtigt, wenn sie eine Bleibeperspektive in Deutschland haben und gesellschaftlich integriert sind. Das gilt unter bestimmten Voraussetzungen auch für Geflüchtete. Mehr dazu hier.

Kann ich meinen BAföG-Antrag auch über private Dienstleister im Internet stellen?

Selbstverständlich. Beachtet werden muss, dass der Antrag nur mit Unterschrift gültig ist. Die eigenhändige Unterschrift kann auch durch eine digitale Unterschrift per eiD oder DE-Mail ersetzt werden. Übrigens: Antragsformblätter, die man auf den offiziellen Seiten der BAföG-Verwaltung (Bundes- und Landesportale, kommunale Portale, Studierendenwerke) ausfüllen und herunterladen kann, sind immer kostenlos, genau wie die persönliche Beratung beim BAföG-Amt und der BAföG-Hotline! Infos zur elektronischen Antragstellung finden Sie hier

Wann muss ich meinen Antrag stellen?

Geld erhält man ab dem Monat der Antragstellung, für die Monate vorher gibt es kein BAföG, auch wenn die Ausbildung schon vorher begonnen wurde. Es lohnt sich also, den BAföG-Antrag sofort im Monat des Ausbildungsbeginns zu stellen! Tipp: Man kann zunächst einen formlosen Antrag einreichen, das ist eine schriftliche, unterschriebene Erklärung, dass BAföG beantragt wird. Diese gilt allerdings nur zur Fristwahrung. Der vollständig ausgefüllte BAföG-Antrag mit allen nötigen Unterlagen musst selbstverständlich nachgereicht werden. Alle Infos zur Antragstellung finden Sie hier.

Macht es einen Unterschied, ob ich Geschwister habe?

Ja, Geschwister können großen Einfluss auf den Anspruch und die Höhe des BAföGs haben. In der Regel gibt es für Brüder oder Schwestern einen zusätzlichen Freibetrag auf das Einkommen der Eltern. Wie hoch dieser Freibetrag ist, hängt davon ab, ob Geschwister eigenes Geld verdienen. Dazu sollte man sich deshalb auf jeden Fall persönlich beraten lassen.
Informationen zur Geschwisterregelung finden Sie hier.