Wie funktioniert die Rückzahlung?

Schülerinnen und Schüler erhalten BAföG als Zuschuss. Sie müssen nichts zurückzahlen. Studierende an Höheren Fachschulen, Akademien und Hochschulen erhalten BAföG zur Hälfte als Zuschuss, zur Hälfte als Darlehen. Das Darlehen muss natürlich zurückgezahlt werden.

Das BAföG-Darlehen ist zinslos und die Rückzahlungsbedingungen sind sehr sozial. Und: Niemand muss mehr als 10.000 Euro zurückzahlen.

Die monatliche Rate für die Darlehensrückzahlung beträgt 105 Euro, seit April 2020 130 Euro. Die Rate wird im Dreimonatsrhythmus fällig. Studierende müssen insgesamt nicht mehr als 10.010 Euro zurückzahlen. Die Neuregelung seit der Reform 2019 sieht vor, dass Darlehensnehmerinnen und -nehmer nach maximal 20 Jahren von ihrer Restschuld befreit werden können – wenn sie sich um Tilgung bemüht haben. Rechtliche Grundlage hierfür ist § 18 BAföG. 

Zusammengefasst:

  • Mit der Rückzahlung muss erst fünf Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer, bei Akademien fünf Jahre nach dem Ende der regulären Ausbildungszeit, begonnen werden. In der Regel ist der Berufseinstieg also schon geschafft, wenn mit der Rückzahlung begonnen wird.
  • Das BAföG-Darlehen muss nur bis zu einem Gesamtbetrag von 10.010 Euro zurückgezahlt werden.
  • Das Darlehen wird in Regelraten von 130 Euro monatlich in einem Zeitraum von bis zu 20 Jahren zurückgezahlt. Drei Monatsraten werden zu einem vierteljährlich fälligen Betrag zusammengefasst.
  • Nach 20 Jahren gilt die Schuld als getilgt – wenn der oder die Auszubildende sich um Tilgung und Mitwirkung im Rückzahlungsverfahren bemüht hat.
  • Zahlpausen sind möglich. Wer nicht mehr als 1.260 (ab dem 1.August .2021: 1.330) Euro monatlich verdient, kann einen Antrag auf Aussetzen der Rückzahlung stellen. Sind Ehepartner, eingetragene Lebenspartner oder Kinder mit zu versorgen, erhöht sich dieser Betrag.

Bonus für fleißige Rückzahlerinnen und Rückzahler: Wer das Darlehen schon vor der Fälligkeit ganz oder teilweise tilgt, bekommt einen Teil der Schulden erlassen.

Post aus Köln

Für die Einziehung des Darlehensanteils der Förderung ist zentral das Bundesverwaltungsamt in Köln zuständig. Diese Behörde verschickt an ehemals BAföG-Geförderte etwa viereinhalb Jahre nach dem Ende der Förderungshöchstdauer einen sogenannten Feststellungs- und Rückzahlungsbescheid. Darin sind die Höhe des Darlehensanteils und die Rückzahlungsraten festgehalten. Auch der Termin für die erste Rückzahlungsrate wird in dem Bescheid mitgeteilt. 

 Weitere Informationen zur Darlehensrückzahlung finden Sie hier.