Verbesserungen beim BAföG seit 2019

Dame trägt eine VR-Brille und hält eine Fernbedienung in der Hand

Mit der BAföG-Reform zum 1. August 2019 wurde die Förderung für Schülerinnen, Schüler und Studierende erhöht. Die Bedarfssätze sind gestiegen, Wohnzuschläge wurden angehoben. Durch höhere Einkommensfreibeträge wurden deutlich mehr Familien entlastet.


Mehr Geld im Portemonnaie

Durch die Anhebung der Höchstsätze der Förderung (Bedarfssätze) haben Anspruchsberechtigte mehr finanziellen Spielraum. Die Bedarfssätze wurden 2019 um 5 Prozent und im Jahr 2020 nochmals um 2 Prozent angehoben. Der Höchstsatz der BAföG-Förderung für Studierende liegt inzwischen bei 861 Euro. Mit der Reform stieg die maximale Fördersumme für Schülerinnen und Schüler auf 832 Euro. Weil mit den Neuerungen beim BAföG im Jahr 2019 auch die Einkommensfreibeträge angehoben wurden, spüren nun deutlich mehr Familien als früher die Entlastung bei der Ausbildung ihrer Kinder. Im ersten Schritt stiegen die Einkommensfreibeträge 2019 um 7 Prozent, im Jahr 2020 dann um 3 Prozent. Im Sommer 2021 werden sie nochmals um 6 Prozent angehoben. Durch diese Verbesserungen werden mehr Schülerinnen, Schüler und Studierende förderungsberechtigt. 


Anpassung an gesellschaftliche Entwicklungen

Die BAföG-Reform 2019 hat die staatliche Unterstützung an aktuelle Entwicklungen angepasst und so auch auf die Veränderungen im Mietmarkt mit einem deutlich höheren Wohnzuschlag reagiert. Nicht bei den Eltern wohnende BAföG-Studierende erhalten jetzt 325 Euro. Weitere Verbesserungen durch die BAföG-Reform: Der Kinderbetreuungszuschlag für eigene Kinder wurde auf 150 Euro monatlich angehoben. Zugleich wurde die Altersgrenze, bis zu der eigene Kinder berücksichtigt werden, auf 14 Jahre hinaufgesetzt. Auch BAföG-Berechtigte, die sich während der Ausbildung um ihre pflegebedürftigen Eltern oder nahen Angehörigen (ab Pflegegrad 3) kümmern, wurden entlastet: Wer deshalb langsamer als geplant mit der Ausbildung vorankommt, bleibt auf Antrag für eine angemessene Dauer auch über das Ende der Förderungshöchstdauer hinaus BAföG-berechtigt.


Freibeträge auf anzurechnendes Vermögen angehoben

Auch die Freibeträge für das anzurechnende Vermögen von Schülerinnen, Schülern und Studierenden wurden angehoben. Wer sich in der Ausbildung befindet, soll auf eigene finanzielle Rücklagen zugreifen können, ohne dass dies auf die Förderung angerechnet wird. Deshalb wurde der Freibetrag auf 8.200 Euro heraufgesetzt. Der zusätzliche Vermögensfreibetrag für Auszubildende mit Unterhaltspflichten gegenüber eigenen Ehegatten, Lebenspartnern und Kindern wurde zugleich auf 2.300 Euro angehoben. 


Entlastung bei Sozialabgaben

Der BAföG-Zuschlag zur Krankenversicherung berücksichtigt seit 2019 auch den durchschnittlichen kassenindividuellen Zusatzbeitrag, der seit 2015 von den gesetzlichen Krankenversicherungen bei Studierenden erhoben wird. Der BAföG-Zuschlag stieg auf 84 Euro, der Pflegeversicherungszuschlag auf 25 Euro. Entlastet wurden zudem ältere Studierende, die ab dem 30. Lebensjahr in der Regel kaum die Chance haben, sich in der beitragsgünstigen studentischen Krankenversicherung zu versichern. Wenn sie freiwillig in die gesetzliche Krankenversicherung eintreten, entstehen ihnen höhere Kosten. Seit der BAföG-Reform 2019 gibt es erstmals einen deutlich höheren Zuschlag dafür: Dieser berücksichtigt den durchschnittlichen kassenindividuellen Zusatzbeitrag und beträgt nachweisabhängig 155 Euro. Der Pflegeversicherungszuschlag liegt bei 34 Euro.


Angst vor Verschuldung abbauen

Im Zuge der BAföG-Neureglung wurden auch die Rückzahlungsbedingungen des Darlehens weiter verbessert: Wer 77 Monatsraten getilgt hat, ist künftig endgültig schuldenfrei, ganz gleich, wie hoch das Darlehen ursprünglich war. In der Regel ist die Rückzahlung des Darlehensanteils beim BAföG nach spätestens 6,5 Jahren abgeschlossen. Wer den Darlehensanteil seines BAföG trotz nachweisbaren Bemühens und Einhaltung aller Mitwirkungspflichten im Einziehungsverfahren binnen 20 Jahren nicht wenigstens in Höhe von 77 Raten tilgen kann, dem wird die komplette (Rest-)Schuld endgültig erlassen. Gut zu wissen: Das Schüler-BAföG gibt es vom Staat als Vollzuschuss – es muss nicht zurückgezahlt werden!


Anerkennung privater Berufsakademien für die Förderung

Anders als Studierende an privaten Hochschulen konnten Studierende an privaten Berufsakademien bis 2019 nicht gefördert werden. Das wurde durch die BAföG-Reform geändert, inzwischen ist ein Studium an einer privaten Berufsakademie unter den gleichen Voraussetzungen wie an einer privaten Hochschule nach dem BAföG förderfähig.