Informationen für BAföG-Geförderte

  1. Studienanfängerinnen und -anfänger, die zum Sommersemester 2020 ihre geplante Ausbildung nicht aufnehmen können, erhalten ihre Leistungen wie vorgesehen bereits ab dem Zeitpunkt, an dem die Vorlesungen regulär beginnen sollten.
    Achtung: Bietet die Ausbildungsstätte Online-Lernangebote während der Schließzeiten an, sind die BAföG-Geförderten verpflichtet, entsprechend ihren Möglichkeiten von diesem Angebot Gebrauch zu machen!
  2. Für Ausbildungen im Ausland gilt:
    • Die BAföG-Auslandsförderung wird bis auf weiteres im bisherigen Umfang weitergewährt. Sofern die Auslandsausbildung erst später aufgenommen werden kann, erhalten Auszubildende Auslands-BAföG ab dem Zeitpunkt des –ursprünglich geplanten Beginns.
    • Schülerinnen, und Schüler, die ihre bewilligte Ausbildung im Ausland (Austauschjahr) nicht fortsetzen können und nach Deutschland zurückkehren, müssen ihre bisherige Schulausbildung zunächst im Inland fortsetzen bis geklärt ist, ob der Auslandsaufenthalt in demselben Schuljahr wie geplant wiederaufgenommen werden kann. Das Gleiche gilt, wenn ein Austauschjahr nicht zum geplanten Zeitpunkt begonnen werden kann und die Schülerinnen und Schüler deshalb in Deutschland bleiben. Auslands-BAföG wird weitergezahlt. Eine erneute Antragstellung ist nicht erforderlich.
    • Der Abbruch oder die Nichtnutzung eines Online-Lehrangebots führt zur Einstellung der BAföG-Förderung. Die spätere Aufnahme einer neuen Auslandsausbildung außerhalb der EU wäre in diesen Fällen dann nicht mehr förderungsfähig.
    • Können die Auszubildenden, die eine Ausbildung im Ausland aufgenommen haben, diese pandemiebedingt nicht wie geplant vor Ort beenden, bleiben die bereits absolvierten Auslandszeiten bei der nachfolgenden Inlandsausbildung längstens für ein Jahr unberücksichtigt, wirken sich also in diesem Umfang nicht negativ auf die Dauer des BAföG-Bezugs aus. Ebenfalls unberücksichtigt bleiben die Zeiten, in denen aufgrund der Schließung der Ausbildungsstätte oder der Einreisebestimmungen kein Unterricht stattfinden bzw. wahrgenommen werden konnte.
  3. Bei unvermeidbaren pandemiebedingten Ausbildungsunterbrechungen oder auf Termine nach Ablauf der Regelstudienzeit verschobenen Prüfungen wird für eine angemessene Zeit weiter BAföG gewährt. Der Vorlagetermin für Leistungsnachweise verschiebt sich ebenfalls.
  4. Studierende, die Studienabschlusshilfe beziehen und aufgrund der Schließung ihrer Hochschule, der Verlegung des Vorlesungsbeginns oder aufgrund von Einreisebeschränkungen ihre Ausbildung nicht wie geplant innerhalb der Abschlusshilfedauer abschließen können, erhalten die Studienabschlusshilfe auch während der pandemiebedingten Einschränkungen weiter. Allerdings bleiben auch sie verpflichtet, ggf. am Online-Lehrangebot teilzunehmen und die Ausbildung zügig abzuschließen.
  5. Wer sein BAföG-Darlehen zur Zeit an das Bundesverwaltungsamt (BVA) in Raten zurückzahlt, kann einen Antrag auf Freistellung beim BVA stellen, sofern das momentane Einkommen nicht mehr ausreicht, der Rückzahlungsverpflichtung nachzukommen. Dieser kann auch online unter www.bafoegonline.bva.bund.de gestellt werden.
  6. Wer keine Immatrikulationsbescheinigung oder einen Schulnachweis vorlegen kann, weil der (Hoch-) Schulbetrieb eingeschränkt oder eingestellt ist, muss eine Erklärung darüber vorlegen, dass er keinen Förderantrag bei einer anderen Leistungsstelle (etwa bei einem anderen BAföG-Amt, beim Sozialamt oder beim Jobcenter) gestellt hat. BAföG kann dann vorläufig weitergezahlt werden.

    Kann der nach § 48 Abs. 1 BAföG erforderliche Leistungsnachweis aufgrund von Einschränkungen oder Einstellung des Hochschulbetriebs nicht oder verzögertausgestellt werden, gibt es vorläufig weiter BAföG, wenn der Antragsteller beim Förderungsamt eine Erklärung abgibt, dass er die entsprechende Prüfungsleistung tatsächlich erbracht oder bestanden hat.

    In Ausnahmefällen können Einkommenserklärungen des Ehegatten / des Lebenspartners / der Eltern des Antragstellers zunächst auch durch eine Übermittlung der Daten durch den Antragsteller oder eine telefonische Übermittlung durch die betroffene Person (Ehegatte / Lebenspartner / Eltern) erfolgen. Dafür müssen aber außergewöhnliche Umstände zusammentreffen: z. B. Risikogebiet,Quarantäne, keine Möglichkeit der Übermittlung über elektronische Medien.
    Achtung: Nach Wegfall der besonderen Umstände muss die Einkommenserklärung mit den erforderlichen Nachweisen unverzüglich nachgereicht werden, wenn das wieder möglich ist.

    Wer eine erforderliche und zu bescheinigende Leistung aufgrund coronabedingter Schließungen oder Ausfall von Vorlesungen bzw. Verschiebung von Prüfungen tatsächlich nicht bzw. nicht rechtzeitig erbringen kann, kann die Verschiebung desVorlagetermins für den Leistungsnachweis wegen eines schwerwiegenden Grundes (§15 Abs. 3 Nr. 1 BAföG) beantragen.

Die weitere Entwicklung des weltweiten Pandemiegeschehens ist dynamisch und selbst über einen kurzen Zeitraum von wenigen Wochen kaum vorhersehbar. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung wird diese Informationen deshalb bei Bedarf aktualisieren.