BAföG für Migranten und Geflüchtete

BAföG erhalten ohne deutsche Staatsbürgerschaft – geht das? Ja, das ist möglich. Auch wer ohne deutschen Pass in Deutschland lebt, kann in bestimmten Fällen BAföG erhalten.

Migrant

Die finanzielle Unterstützung während des Studiums oder der Schulzeit kommt nicht nur für deutsche Staatsangehörige in Frage. BAföG gibt es zum Beispiel unter bestimmten Voraussetzungen auch für Migranten oder Geflüchtete. Für sie ist vor allem der aufenthaltsrechtliche Status wichtig. Ohne Wartezeit kann man BAföG beantragen als

  • anerkannter Asylberechtigter,
  • anerkannter Flüchtling nach der Genfer Flüchtlingskonvention,
  • subsidiär Schutzberechtigter.

Geflüchtete, die lediglich geduldet sind, müssen sich bereits seit 15 Monaten ununterbrochen rechtmäßig, gestattet oder geduldet in Deutschland aufhalten, bevor sie BAföG-berechtigt sind. Außerdem gilt: Asylbewerber, deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist, können noch kein BAföG erhalten. Bei ihnen ist noch nicht ausreichend geklärt, ob sie in Deutschland bleiben können.

Für Studierende beträgt der monatliche BAföG-Höchstsatz seit dem 1. August 2016 735 Euro. Die Förderung erfolgt auch für Geflüchtete und Staatsangehörige anderer Länder je zur Hälfte als nicht zurückzuzahlender Zuschuss und als zinsloses Darlehen des deutschen Staates. Die Darlehenshälfte muss – wie jedes andere Darlehen auch – später zurückgezahlt werden, maximal jedoch insgesamt bis zu einem Betrag von 10.000 Euro.

Geflüchtete müssen ihr Darlehen auch dann zurückzahlen, wenn sie später in ihr Heimatland zurückkehren sollten. Die Rückzahlungsphase beginnt fünf Jahre nach Ablauf der Förderungshöchstdauer – regelmäßig mit Tilgungsraten von 105 Euro monatlich. Wenn jemand aber wenig verdient, kann der Zeitraum für die Tilgung auf maximal 30 Jahren verlängert werden.