Europa oder der Rest der Welt: Mit dem BAföG ins Ausland

Gruppe von Studierenden vor dem Eifelturm

Immer mehr junge Menschen nutzen die Chance, während der Ausbildung Erfahrungen im Ausland zu sammeln, andere Sprachen und Kulturen kennenzulernen. Ein kleiner Geldbeutel ist dabei zum Glück kein Hinderungsgrund, denn BAföG gibt es auch im Ausland.

Zum Praktikum nach Singapur, ein Auslandssemester in Spanien oder ein High-School-Jahr in den USA: Es gibt viele Möglichkeiten für Schülerinnen, Schüler und Studierende, Auslandserfahrung zu sammeln. Was sie dort lernen, prägt oft für das ganze Leben und gibt auch neue Impulse für die berufliche Laufbahn. Allerdings kann so eine Reise – je nach Gastland – auch ganz schön teuer werden. Studiengebühren, Lebenshaltungs- und Reisekosten - da kommt einiges zusammen. Damit jede und jeder die Chance ergreifen kann, über den Tellerrand zu blicken, gibt es das BAföG für alle, die grundsätzlich förderberechtigt sind, auch im Ausland.

Was genau wird gefördert?

In welchem Umfang die Zeit fern von zu Hause gefördert werden kann, hängt vom Gastland und von der Art des Aufenthalts ab:

  • Innerhalb der Europäischen Union und in der Schweiz kann eine Ausbildung an Berufsfachschulen, Fachschulen, Höheren Fachschulen, Akademien und Hochschulen von Beginn an bis zum Erwerb des ausländischen Ausbildungsabschlusses gefördert werden.
  • Bei Auslandsaufenthalten außerhalb der EU gibt es bis zu einem Jahr lang BAföG – liegen besondere Gründe vor, sogar bis zu zweieinhalb Jahre.
  • Wer einen Austausch an einer Partnerhochschule macht, kann während der gesamten Zeit BAföG beziehen.
  • Finanzielle Unterstützung im Ausland gibt es auch für Studierende während ihres Pflichtpraktikums, wenn das Praktikum mindestens zwölf Wochen dauert.  
  • Schülerinnen und Schüler an Gymnasien, Gesamtschulen sowie Fach- oder Fachoberschulen können unter Umständen während ihres Auslandsschuljahres BAföG bekommen.

Wer sich für einen Auslandsaufenthalt entscheidet, kann sich dank der finanziellen Förderung durch das BAföG ganz auf Studium oder Praktikum konzentrieren. Denn für die Zeit in der Ferne werden folgende Zuschläge gezahlt:

  • für nachweisbar notwendige Studiengebühren bis zu 4.600 Euro für maximal ein Jahr
  • für Reisekosten für Schülerinnen, Schüler und Studierende innerhalb Europas für eine Hin- und eine Rückreise je 250 Euro, außerhalb Europas für eine Hin- und eine Rückreise je 500 Euro
  • für eventuelle Zusatzkosten der Krankenversicherung bei Studierenden (monatlich bis zur Höhe des Krankenversicherungszuschlags nach § 13a Abs. 1 BAföG i. V. m. § 5 Auslandszuschlagsverordnung)
  • für höhere Lebenshaltungskosten bei Studierenden außerhalb der EU und der Schweiz vom jeweiligen Land abhängige Auslandszuschläge

Frühzeitig den Antrag stellen

Der Antrag auf Auslands-BAföG muss bei dem zuständigen Auslandsamt gestellt werden. Welche Behörde für welchen Staat zuständig ist, erfahren Sie mit Hilfe der Weltkarte unten auf dieser Seite.

Ganz wichtig: Der Antrag auf Auslandsförderung sollte mindestens ein halbes Jahr vor Reiseantritt gestellt werden. Das erleichtert es dem Auslandsamt, rechtzeitig über den Antrag zu entscheiden. Dann stehen einem erfolgreichen Studium oder Auslandsschuljahr und wertvollen Erfahrungen mit Land und Leuten nichts mehr im Weg!

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