Von Spanien bis Singapur: Mit dem BAföG ins Ausland

Ob schon während der Schulzeit, später im Studium oder für ein Praktikum – ein Aufenthalt im Ausland gehört für viele junge Menschen zur Ausbildung einfach dazu. Gut zu wissen, dass man sich um die Finanzen dank des BAföG keine Sorgen machen muss. 

Schülerin

Das langersehntes Praktikum in Singapur, das Auslandsemester in England oder Spanien oder das Schuljahr auf einer amerikanischen High-School: Internationalität gehört für die meisten jungen Menschen einfach dazu. Denn man lernt und erfährt so viel, wenn man die Heimat für ein paar Monate oder für ein Jahr verlässt: eine neue Sprache, eine andere Kultur, ein anderes Bildungssystem. Immer mehr Studierende nehmen diese Chance wahr. Rund 140.000 deutsche Studierende sind derzeit an einer Hochschule im Ausland eingeschrieben.

Die beliebtesten Gastländer für Studierende, die einen Abschluss erwerben wollen, sind laut des Berichtes „Wissenschaft weltoffen“ Österreich, die Niederlande, Großbritannien, die Schweiz sowie die USA. Aber ein Studium im Ausland ist nicht nur eine tolle Erfahrung, es kann je nach Gastland auch sehr kostenintensiv werden: Ein Studium in den USA kostet im Jahr rund 25.000 Dollar, hinzu kommen die Lebenshaltungskosten. In Großbritannien zahlen EU-Bürger für ein Studienjahr 9000 Pfund. Auch hier muss man die Kosten für Leben und Wohnen noch hinzurechnen.

Finanzielle Unterstützung für einen Auslandsaufenthalt bietet das BAföG. In welchem Umfang der Aufenthalt durch das BAföG gefördert werden kann, hängt davon ab, ob das Gastland in der Europäischen Union ist:

  1. Innerhalb der Europäischen Union und in der Schweiz kann eine Ausbildung an Berufsfachschulen, Fachschulen, Höheren Fachschulen, Akademien und Hochschulen von Beginn an bis zum Erwerb des ausländischen Ausbildungsabschlusses gefördert werden.
  2. Wer einen Austausch, beispielsweise ein Erasmus-Semester, an einer Partnerhochschule im Ausland macht, kann für die gesamte Zeit im Ausland BAföG beziehen.
  3. Wer in Deutschland studiert und außerhalb der EU einen Auslandsaufenthalt machen möchte, ist für die Dauer von einem Jahr bzw. bei Vorliegen besonderer Gründe für maximal zweieinhalb Jahre förderungsfähig.
  4. Auch ein Pflichtpraktikum im Ausland, das man im Rahmen seines deutschen Studiums absolviert, kann bei einer Mindestdauer von zwölf Wochen durch das BAföG unterstützt werden.

Wer sich für einen Auslandsaufenthalt entscheidet, kann sich dank der finanziellen Förderung durch das BAföG ganz auf Studium oder Praktikum konzentrieren. Denn für die Zeit im Ausland werden folgende Zuschläge gezahlt:

  • für nachweisbar notwendige Studiengebühren bis zu 4.600 Euro für maximal ein Jahr,
  •  für Reisekosten für Schüler/innen und Studierende:
    • innerhalb Europas: für eine Hin- und eine Rückfahrt je Fahrt 250 Euro,
    • außerhalb Europas: für eine Hin- und eine Rückfahrt je Fahrt 500 Euro,
  • für eventuelle Zusatzkosten der Krankenversicherung bei Studierenden (monatlich bis zur Höhe des Krankenversicherungszuschlags)
  • für höhere Lebenshaltungskosten bei Studierenden außerhalb der EU und der Schweiz je nach Land differierende Auslandszuschläge.

Die Bewilligung der BAföG-Förderung hängt allerdings noch vom Vorliegen weiterer Voraussetzungen ab. Eine frühzeitigte Kontaktaufnahme mit dem jeweils zuständigen Amt für Ausbildungsförderung (Auslandsamt) und eine entsprechende Planung des Auslandsaufenthaltes sind sinnvoll. Eine verbindliche Entscheidung über den BAföG-Förderanspruch kann insoweit nur vom zuständigen Auslandsamt getroffen werden.

Früh sein lohnt sich: Der Antrag auf Auslandsförderung sollte möglichst mindestens sechs Monate vor Abreise gestellt werden. Das erleichtert es dem Auslandsamt, rechtzeitig vor Beginn der Auslandsausbildung über den Antrag zu entscheiden. Und dann steht einem erfolgreichen Studium und wertvollen Erfahrungen mit Land und Leuten nichts mehr im Weg!