Welche Bedarfssätze sieht das BAföG vor?

Ob Auszubildende BAföG erhalten, die eine förderungsfähige Ausbildung betreiben und die persönlichen Förderungsvoraussetzungen erfüllen, hängt davon ab, ob ihre finanziellen Mittel und die ihrer etwaigen Ehegatten bzw. eingetragenen Lebenspartner und ihrer Eltern reichen, um ihren Finanzbedarf während der Ausbildung zu decken.

Grundlagen sind § 12 und § 13 BAföG. Maßgebend dafür sind nicht die bei den Auszubildenden tatsächlich und individuell anfallenden Kosten (konkreter Bedarf), die aufgrund der großen Anzahl der Antragsteller/innen nicht individuell ermittelt werden können, sondern der (abstrakte) Bedarf. Unter Bedarf versteht das BAföG danach die Geldsumme, die Auszubildende nach der Vorstellung des Gesetzgebers typischerweise für ihren Lebensunterhalt (Ernährung, Unterkunft, Bekleidung etc.) und ihre Ausbildung (Lehrbücher, Fahrtkosten zur Ausbildungsstätte etc.) benötigen.

Als monatlicher Bedarf sind im BAföG Pauschalbeträge vorgesehen, deren Höhe abhängig ist von der Art der Ausbildungsstätte (z. B. Gymnasium, Hochschule) und der Unterbringung (bei den Eltern oder auswärts wohnend).

 

Die folgende Übersicht enthält die aktuellen Bedarfssätze:

Ausbildungsstätte bei den Eltern wohnend Inkl. KV-und PV-Zuschlag Nicht bei den Eltern wohnend Höchstsatz inkl. KV- + PV-Zuschlag
1. weiterführende allgemeinbildende Schulen und Berufsfachschulen ab Klasse 10 sowie Fach- und Fachoberschulen, wenn der Besuch keine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt Keine Förderung Keine Förderung 504 € 590 €
2. Berufsfachschul- und Fachschulklassen, die in einem zumindest zweijährigen Bildungsgang einen berufsqualifizierenden Abschluss vermitteln, wenn der Besuch keine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt 231 € 317 € 504 € 590 €
3. Abendhaupt- und Abendrealschulen, Berufsaufbauschulen, Fachoberschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt 418 € 504 € 587 € 673 €
4. Fachschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt, Abendgymnasien, Kollegs 424 € 510 € 622 € 708 €
5. Höhere Fachschulen, Akademien, Hochschulen 451 € 537 € 649 € 735 €
Kranken- und Pflegeversicherungszuschlag (KV-, PV-Zuschlag) 86 €

 

Erläuterungen zu der vorstehenden Übersicht

  • Die aufgeführten Beträge beziehen sich auf Auszubildende ohne Kinder. Gegebenenfalls kommt noch ein Kinderbetreuungszuschlag von 130 Euro für jedes dieser Kinder hinzu.
  • Schüler/innen der in der Nummer 1 genannten Schulen erhalten nur Förderung, wenn sie notwendig auswärtig untergebracht sind.
  • Die Kosten einer Internatsunterbringung werden nur beim Vorliegen bestimmter Voraussetzungen erstattet. Auch hier gilt:

    Informieren Sie sich rechtzeitig bei Ihrem Amt für Ausbildungsförderung!
  • Für Praktikanten gilt der Bedarfssatz für die Ausbildung, mit der das Praktikum zusammenhängt.
  • Die aufgeführten Beträge setzen sich zusammen aus dem Grund- und dem Wohnbedarf. So beinhaltet z.B. der monatliche Bedarfssatz für auswärts wohnende Studierende von insgesamt 649 Euro  den Grundbedarf von 399 Euro und die Wohnpauschale von 250 Euro.
  • Für Auszubildende, die beitragspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung oder einer privaten Krankenversicherung versichert sind, erhöht sich der Bedarfssatz um weitere 71 Euro monatlich. Zur Abgeltung der Kosten für die Pflegeversicherung wird für beitragspflichtige Auszubildende ein Pflegeversicherungszuschlag von 15 Euro geleistet.
  • Wie zuvor genannt, erhalten Auszubildende, die mit mindestens einem Kind, das das zehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat, in einem Haushalt leben, einen Kinderbetreuungszuschlag. Dieser beträgt 130 Euro für jedes Kind.
  • Unter Berücksichtigung aller Zuschläge beträgt damit der Förderungshöchstsatz  für auswärts wohnende Studierende ohne Kinder 735 Euro und für auswärts wohnende Studierende mit einem Kind unter 10 Jahren, das im eigenen Haushalt lebt, 865 Euro.