Verzinsliches Bankdarlehen

Die wichtigsten Fragen zu verzinslichen Bankdarlehen werden hier im Überblick erklärt.


Wann wird Ausbildungsförderung als Bankdarlehen gewährt?

Ausbildungsförderung als verzinsliches Bankdarlehen erhalten Auszubildende insbesondere

  1. für eine einzige weitere Ausbildung, die eine Hochschulausbildung insoweit ergänzt, als dies für die Aufnahme des angestrebten Berufs rechtlich erforderlich ist,
  2. für eine einzige weitere Ausbildung, wenn die besonderen Umstände des Einzelfalls, insbesondere das angestrebte Ausbildungsziel, dies erfordern,
  3. für die durch einen zweiten oder weiteren Fachrichtungswechsel verlängerte Studiendauer und
  4. in den Fällen der Hilfe zum Studienabschluss. 

Grundlage: § 17 Abs. 3 BAföG
 

 

Was ist bei der Antragstellung zu beachten?

Wie bei der Förderung innerhalb der Regelstudienzeit, die grundsätzlich hälftig als Zuschuss und hälftig als zinsloses Staatsdarlehen erfolgt, wird über die Höhe der Darlehenssumme des verzinslichen Bankdarlehens auf schriftlichen Antrag durch das zuständige Amt für Ausbildungsförderung entschieden. Für die Beantragung sind die dafür vorgesehenen Formblätter, die über das Internet oder bei allen Ämtern für Ausbildungsförderung erhältlich sind, zu verwenden.

Die Höhe des Bankdarlehens kann von den Auszubildenden bei der Antragstellung begrenzt werden. Zu beachten ist jedoch, dass eine solche Begrenzung innerhalb des Bewilligungszeitraums nicht widerrufen werden kann.

Im Übrigen gelten die in dem Abschnitt „Wo und wie werden die Leistungen nach dem BAföG beantragt?“ dargestellten Regelungen auch für die Beantragung von Ausbildungsförderung in Form eines verzinslichen Bankdarlehens.

Grundlage: § 46 BAföG

 

Wie kommt der Darlehensvertrag zustande und wer zahlt das Darlehen aus?

Mit dem Bescheid über die Gewährung von Ausbildungsförderung erhalten die Auszubildenden ein von der Kreditanstalt für Wiederaufbau gezeichnetes Vertragsangebot. Damit der Förderungsbescheid wirksam bleibt, muss das Angebot innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe beim Amt für Ausbildungsförderung unter Vorlage eines Ausweisdokuments (Personalausweis, Reisepass) unterzeichnet und zurückgegeben werden. Das Bankdarlehen wird direkt von der Kreditanstalt für Wiederaufbau gezahlt. Zahlungen sind dabei nur auf ein inländisches Bankkonto möglich.

Grundlage: § 18c BAföG, § 50 BAföG, § 51 BAföG

 

Wann und wie ist das Bankdarlehen zurückzuzahlen?

Das Bankdarlehen einschließlich der Zinsen muss in Mindestraten von 105 Euro monatlich in längstens 20 Jahren zurückgezahlt werden. Die Rückzahlungspflicht beginnt 18 Monate nach dem Ende der Förderungszeit.

Das Bankdarlehen wird an die Kreditanstalt für Wiederaufbau, 53170 Bonn, zurückgezahlt, die vor Beginn der Rückzahlung die Höhe der Darlehensschuld und der gestundeten Zinsen, die jeweils geltende Zinsregelung, die Höhe der monatlichen Zahlungsbeträge und den Rückzahlungszeitraum mitteilt.

In den Fällen, in denen Auszubildende sowohl Staatsdarlehen als auch Bankdarlehen erhalten haben, ist zuerst das Bankdarlehen und im Anschluss daran das Staatsdarlehen zurückzuzahlen. Die Frist, innerhalb derer alle Darlehen getilgt werden müssen, verlängert sich dann auf 22 Jahre.

Auch bei der Rückzahlung der Bankdarlehen ist eine vorzeitige Tilgung, jedoch ohne Nachlassgewährung, möglich.

Weitere Informationen zur Rückzahlung des Bankdarlehens enthält der Darlehensvertrag.

Grundlage § 18c BAföG